Archive for the ‘Fragen und Probleme’ Category

Stevia - verbotene Süße?

Mittwoch, September 2nd, 2009

Diverse Zucker, Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe sind in Deutschland zum Süßen von Speisen und Getränken zugelassen und werden von der Industrie massenhaft für Fertigprodukte verarbeitet. Schließlich ist “süß” im Trend und verkauft sich gut.  Leider liefern die Zucker viele Kalorien und löchern meist die Zähne, chemische Süßstoffe sind bei vielen Verbrauchern unbeliebt und Zuckerersatz- oder austauschstoffe sparen keine Kalorien aber machen meist rasante und unangenehme Blähungen. Da kommt Stevia wie gerufen.

Stevia stammt aus einer Pflanze aus Südamerika, deren Blätter, Extrakte oder das daraus gewonnen Pulver circa 300 x süßer als Zucker ist und keine Kalorien liefert. Ein echtes Wundermittel, weg mit dem Zucker, her mit dem Steviapulver.

Einziger bisher bekannter Nachteil, die Behörden in Deutschland machen nicht mit. Stevia als relativ “neue” Pflanze in Europa unterliegt der Novel food Verordnung und damit einer strengen Überwachung. Ehe ein solches Produkt als Lebensmittel auf den Markt kommen darf, muss sichergestellt sein, dass dem Verwender keine gesundheitlichen Nachteile bei der Verwendung entstehen. Macht ja als Verbraucherschutz absolut Sinn. Daher ist zugelassenes Steviapulver in Deutschland nicht im Laden offiziell erhältlich.

Kein Problem, im Internet sind unzählige Anbieter, die das weiße Pulver auch noch frei Haus liefern. Neue Untersuchungen mahnen aber trotzdem zur Vorsicht. 75% aller Steviapulver werden zwar als “südamerikanisch” deklariert, stammen aber aus China, wo die Produktion hinter streng verschlossenen Türen verläuft. Niemand kann hier genau sagen, wie und womit dieses Pulver extrahiert, gewaschen, um kristallisiert oder gereinigt wird.  Vertrauen ist gut, Kontrolle aber unmöglich.

Unser Kommentar: Stevia hat nach heutigem Wissenstand erhebliche Vorteile bei einer Gewichtsabnahme, leider ist die Gewinnung und Herstellung sehr undurchsichtig, der Vertrieb gelegentlich dubios und damit die Verwendung für den Verbraucher ein Blindflug.

Irrtum Fructose

Freitag, August 7th, 2009

Jahrelang wurde in Diätprodukten der Zucker gegen Fruchtzucker ausgetauscht. Fructose würde insulinunabhängig verstoffwechselt und sei dadurch für Diabetiker und alle Anderen, die abnehmen wollen, optimal geeignet, war die weitverbreitete Meinung. Eine neue Studie aus der Universität von Florida (USA) zeigt, dass Fruchtzucker bei gleicher Menge schneller dick macht als ganz normaler Haushaltzucker.

Fructose ist ein natürliches, süß schmeckendes Kohlenhydrat, das in Früchten, Honig und auch zwischenzeitlich in vielen industriell hergestellten Produkten vorkommt. Obwohl Naturprodukt hat unser Körper damit Probleme: Da Fructose nicht richtig aufgenommen und verstoffwechselt wird, muss die Leber diesen Zucker schnell verarbeiten und zwar zu reinem Fett. Und noch ein Nachteil ist bekannt geworden: Fructose löst keinerlei Sättigungsgefühl aus.

Daher sollte man, will man effektiv abnehmen, nicht nur Brot, Reis und Nudeln gegen die entsprechenden Vollkornprodukte austauschen, mal sollte auch auf süße Obstsäfte und Softdrinks verzichten. Ein Blick auf die Lebensmitteldeklaration ist Pflicht, denn viele Fertigprodukte, wie Joghurts, Ketchup, Desserts oder Smoothies enthalten viel fettmachende Fructose.

Geduld

Dienstag, März 24th, 2009

Verwöhnt von den unsinnigen Versprechungen mancher Zeitungen (5 kg übers Wochenende, 18 kg in 1 Monat) sind viele Teilnehmer enttäuscht, wenn die Waage nicht in wenigen Tagen mächtig nach unten geht. Und bei Abnehmstillständen bricht die absolute Panik aus. Diverse Hilferufe füllen das Forum.

Abnehmen benötigt Zeit. Genau so wenig, wie Sie die Rollen an Hüften und Bauch binnen weniger Wochen zugelegt haben, genau so wenig werden diese in wenigen Tagen oder Wochen verschwinden. Je nach Ausgangsgewicht sind Abnehmerfolge zwischen 1,5 und 4 kg pro Monat realistisch. Rechnen Sie doch einfach mal selbst nach: 1 kg Fett an Bauch und Hüften liefern 7000 kcal. Wenn Sie also jeden Tag 500 kcal bei Essen und Trinken einsparen oder durch mehr Bewegung verbrauchen, dann sind diese (7000 : 500 = 14) Fettansammlungen in 14 Tagen aufgezehrt und die Waage zeigt 1 kg weniger an. Da sich Fett weder in Luft auflöst, noch durch “Fatburner” aufgezehrt wird, bleibt keine andere Möglichkeit übrig.

Sie können natürlich weiterrechnen: Angenommen Sie wollen 10 kg Fett abnehmen, dann sind dies 10 x 7000 kcal = 70.000 kcal, die einzusparen oder abzutrainieren sind. Sparen Sie täglich 500 kcal ein, was realistisch ist, dann benötigen Sie 70.000 : 500 = 140 Tage oder fast 5 Monate. Sie sehen also, schon rein theoretisch ist eine Blitzabnahme völlig unrealistisch und in der Praxis unmöglich.

Richten Sie sich beim Start auf eine längere Zeitspanne ein und planen Sie - je nach gewünschter Abnahme - über Monate. Abnehmen beginnt im Kopf (und zwar im eigenen). Der erste Schritt ist, sich der Zeitdauer bewußt zu werden und dann erst zu starten. Ein 1000-Meterläufer wird auch nicht nach 3/4 der zurückgelegten Strecke plötzlich sagen, jetzt laufe ich mal schnell einen Halbmarathon. Zuerst kommt die innere Einstellung, dann der Erfolg.

Kohlenhydrate

Sonntag, März 8th, 2009

Abnehmen können Sie nur, wenn Sie weniger Kalorien zuführen, als der Körper verbraucht. Dies geschieht nicht mit Hungern und Fasten sondern mit einer intelligenten Ernährungsumstellung um den gefürchteten Jo-Jo-Effekt zu verhindern. Und eine Schlüsselfunktion dabei haben die Kohlenhydrate, denn sie sind unter anderem für die Hungersteuerung und die Hungeranfälle verantwortlich.

Kohlenhydrate sind ein Sammelbegriff für sehr viele verschiedene Moleküle. Man unterscheidet Monosaccharide (Traubenzucker, Fruchtzucker), Disaccharide (Haushaltszucker, Milchzucker) ferner Polysaccharide (Stärke, Cellulose, Ballaststoffe). Vergleichen wir die Kohlenhydrate mit Perlen: Monosaccharide bestehen aus einer einzigen Perle, Disaccharide aus 2 aneinander gereihten Perlen und Polysaccharide entsprechen einer Perlenkette. Der Körper kann nur einzelne Perlen aus der Ernährung aufnehmen, daher müssen Perlenketten vorher in einzelne Perlen zerlegt also aufgespalten werden. Dies benötigt Zeit. Daher sprechen wir bei den Mono- und Disacchariden von schnellen Kohlenhydraten, bei den Polysacchariden von den langsamen und bei den Ballaststoffen von unverdaulichen, weil uns hier das Enzym fehlt, dass die Perlenkette in einzelne Perlen zerlegt.

Wir merken uns: Der Körper kann nur “einzelne Perlen” aufnehmen, daher müssen “Perlenketten” vorher gespalten werden, dies benötigt Zeit.

Immer wenn Monosaccharide (einzelne Perlen in unserem Beispiel) nach der Resorption in der Blutbahn auftauchen, kommt es zu einer Insulinausschüttung. Kommen schnell viele Perlen, dann wird viel Insulin produziert, kommen die Perlen langsam - da sie erst aus der Perlenkette rausgeschnitten werden mußten - wird weniger Insulin produziert. Insulin ist das Hormon der Einlagerung, mit einem hohen Insulinspiegel können Sie kaum abnehmen, daher muss eine Achterbahn des Insulins vermieden werden. Beim schnellen Abfall des Blutzucker-/Insulinspiegels gibts dann die gefürchteten Hungeranfälle - wir müssen was essen, egal ob wir wollen oder nicht.

Grundprinzip: Glättung des Blutzucker-/Insulinspiegels, keine Achterbahn, kein schnelles Auf und Ab, sonst gibts Hungeranfälle und der Stoffwechsel ist auf Einlagerung gepolt. Abnehmen unmöglich.

Daraus ist ersichtlich, dass es bei einer intelligenten Ernährungsumstellung nicht um die gesamte Menge an Kohlenhydraten geht, sondern um die Art, um die Qualität der Kohlenhydrate. Wenig bis keine schnellen KHs - also kein Zucker, Honig, Produkte mit Weißmehl, totgekochte Nudeln, Kartoffelpüree, zuckerhaltige Produkte, Obst. Dafür echte (!!) Vollkornprodukte, Vollkorn- oder Hartweizengrießnudeln, Salz- oder Pellkartoffeln, alle Sorten von Gemüse, Naturreis.

Durch geschicktes Mischen mit langsamen KHs kann man auch eigentlich ungeeignete KHs essen. Fügen Sie zum (nicht geeigneten) weißen Reis viel Gemüse hinzu, peppen Sie die Nudelsoße mit viel Ballaststoffe (Tomaten, Lauch, Zucchini etc.) auf dann sind auch normale Nudeln möglich. Dies ist ein schwieriges Kapitel, daher werden diese Zusammenhänge in den Seminaren der Apotheken und auch in der “Anleitung” ausführlich und mit vielen Beispielen erklärt. Denn dies ist der Schlüssel zum erfolgreichen Abnehmen mit vollen Tellern - man muss nur wissen wie.

Abnehmen und Schwangerschaft/Stillzeit

Mittwoch, März 4th, 2009

Schwangerschaft und Stillzeit sind für den Stoffwechsel einer Frau außergewöhnliche Situationen. In diesen Monaten läuft vieles komplett anders, als in den Jahren zuvor. Viele Frauen registrieren diese Umstellungen des Stoffwechsels unter anderem durch Gewichtszunahmen. Nach der Geburt ist daher der Wunsch nach einer Gewichtsabnahme oder Diät sehr häufig.

Grundsätzlich sind alle Diäten und kalorienreduzierten Ernährungsregime für die Zeit einer Schwangerschaft und auch in der Stillzeit mit größter Vorsicht zu behandeln. Wir sagen daher aus medizinischen und rechtlichen Gründen, dass ein Abnehmen nach den Vorgaben von “Leichter leben in Deutschland” nicht angeraten wird. Sollten Sie während einer bestehenden Schwangerschaft oder in der Stillzeit Ihr Gewicht reduzieren wollen, dann empfehlen wir dringend, eine fachkundige Einzelberatung aufzusuchen.